Routen Savona Ligurien

In der Gegend von Savona entdeckt man kunstvolle Gegenstände, die von Handwerkerfamilien hergestellt wurden, die ihre Geheimnisse, Techniken und Handwerkskunst von Generation zu Generation weitergeben.

Zwischen Albissola Marina und Albisola Superiore, Altare und Tovo San Giacomo begibt man sich auf eine Reise durch die Zeit und die Tradition der kunstvollen Produktion von Keramik, Glas und monumentalen Turmuhren

Keramik und Majolika in Albissola Marina
Fünf Kilometer von Savona entfernt befindet sich Albissola Marina, wo die Keramikproduktion eine 600-jährige Geschichte hat. Auf der Promenade am Meer geht man im wahrsten Sinne des Wortes über ein Kunstwerk en plein air, die Künstlerpromenade: eine Sequenz von Mosaiken, die aus 5 Millionen kleiner Keramikplättchen bestehen und in großen Tafeln Werke von berühmten Künstlern des 20. Jahrhundert darstellen. Wenige Schritte weiter gelangt man zur Casa Mazzotti: ein schönes Beispiel von futuristischer Architektur, Wohnung und Studio des Keramikers Tullio d'Albissola, derzeit Sitz des Familienunternehmens, in dem sich einige seiner Werke befinden. Unweit davon liegt die Kirche Nostra Signora della Concordia (Unsere Liebe Frau zur Eintracht) aus dem 16. Jahrhundert, mitten in der Altstadt. Darin befindet sich die Anbetung der Hirten , eine Tafel aus Majolikakacheln aus dem Jahr 1576. Bevor man den Ort verlässt, verdient die Villa Faraggiana in Viale Salomoni einen Besuch. Hier kann man zwischen vergoldeten Stuckarbeiten, kostbaren Statuen und Einrichtungsgegenständen, den wertvollen Keramikfußboden in der Galerie der Jahreszeiten bewundern.


Die antiken Keramiken von Albisola Superiore
Von Albissola Marina fährt man nach Albisola Superiore weiter, das nur 1 km entfernt liegt. Auch hier hat die Keramik eine lange Tradition, die auch heute noch von den in Betrieb befindlichen Fabriken und vom Museum der Keramik Manlio Trucco fortgeführt wird. In den Sälen kann man archäologische Funde aus der Römerzeit betrachten, Keramiken, die hier zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert hergestellt wurden und Werke berühmter, zeitgenössischer Künstler, wie Luzzati und Arturo Martini. Nach Beendigung des Besuchs kehrt man nach Savona zurück, wo man die Landstrasse SS29 in Richtung Altare, der alten Stätte der Glaskunst nimmt.


Altare, Stätte der Glaskunst
8 Km von Albisola Superiore entfernt befindet sich Altare, ein Ort, der seit Jahrhunderten für seine Produktion von weißem (durchsichtigen) geblasenem Glas berühmt ist. Hier, im Oratorium von San Sebastiano besucht man das Glasmuseum , wo in Kristallschränken große Vasen und zahlreiche wertvolle Stücke eingeschlossen sind. Es handelt sich dabei um eine Ausstellung von historischem, künstlerischen und kunsthandwerklichem Wert, welche von der Jahrhunderte langen Tätigkeit der Meister der Glaskunst zeugt. Diese Kunst wurde im Ort im 12. Jahrhundert von den Benediktinermönchen von Bergeggi eingeführt. Der Erfolg und die hochwertige Glasproduktion dauert heute noch in den Werkstätten der Handwerker und in den Kunstgalerien an, wo man mit außerordentlicher Kunstfertigkeit hergestellte Einzelstücke erwerben kann.


Handwerker und altes Handwerk in Finalborgo
Von Altare aus kehrt man zur Küste zurück, in Richtung Savona und nimmt die Autobahn A10 nach Finale Ligure. Hier, in Finalborgo, dem historischen Zentrum der Stadt, kann man am ersten Samstag und Sonntag eines jeden Monats die Zurschaustellung alter Sachen und alter Handwerke. besuchen. Eine Veranstaltung, die zahlreiche Besucher und Liebhaber dieses Genres anzieht. Zwei Tage lang schlendert man innerhalb der Stadtmauern aus dem 13. Jahrhundert durch die mittelalterlichen Gassen, man tätigt seine Einkäufe und kann zwischen den ausgestellten Waren stöbern: antike Möbel, Handwerksprodukte und Krimskrams, wie sie für die Flohmärkte typisch sind. Im Herzen der alten Hauptstadt des Herzogtums der Del Carretto entdeckt man die zahlreichen Läden der Handwerker und prachtvolle Paläste der Adelsfamilien.
Einen Besuch verdienen auch das Schloss Gavone und die Basilica des Hl. Blasius, welche Werke der Spätrenaissance und des Barocks birgt. Im August kehrt der Ort mit der Veranstaltung Reise durch das Mittelalter in die Zeit des 15. Jahrhunderts zurück: mehrere Tage lang finden Aufführungen statt, Umzüge mit Teilnehmern in historischen Kostümen t und es halten Handwerksläden und Tavernen geöffnet, welche nur die alte Münze des Herzogtums als Zahlungsmittel annehmen: den Finalino.


Die Turmuhren von Bardino Nuovo
Hinter Finale Ligure befindet sich der Ort Tovo San Giacomo, der auf das Maremola-Tal blickt. Nach der Fraktion Bardino Vecchio, wo man auf dem aus dem 13. Jahrhundert stammenden Turm der Kirche zum Hl. Johannes dekorative Keramikelemente arabischen Ursprungs bewundern kann, erreicht man Bardino Nuovo. Hier, auf der Piazza San Sebastiano, befinder sich das Turmuhrenmuseum, das die Kunst dokumentiert, Maschinen zu bauen, welche die Zeit messen. Die Familie Bergallo, die von 1860 bis 1980 hier gearbeitet hat, hat die Türme vieler italienischer und ausländischer Kirchen geschmückt. Unter den seltenen Ausstellungsstücken des Museums (das älteste stammt aus dem 17. Jahrhundert) und dem ersten von der Familie gebauten Uhrwerk finden sich auch vollständige Mechanismen, Flaschenzüge und Ziffern. Aber nicht alle Uhrenteile sind hier verblieben: große Zeiger stechen aus der Fassade des Werkstatthauses der Bergallo hervor - man sieht das Gebäude auf der Strasse nach Magliolo - andere Räderwerke bilden die Geländer.

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